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4.1.2 COMBO Chip


Der COMBEL (COMBO) CHIP im Falcon

Der COMBO ist ein speziell für den Falcon F030 hergestellter Multifunktionsbaustein mit folgenden Funktionen:

- Memory Contol Unit [MCU]
- Interrupt Priority and Illegal Condition Detection
- Clock Dividers / Taktteiler
- Chip Select Handling
- Paddleport Controller
- Joystick Controller
- Light Gun Controller
- Blitter (Grafischer Coprozessor im Falcon)


Die MCU im COMBO nimmt die Adressen vom Adressbus (A1-A23) und wandelt diese in Reihen und Spalten für das DRAM. Ebenso erzeugt die MCU die RAS- und CAS-Signale für den Betrieb des Ramspeichers.

Ebenso werden hier die Chipselectsignale für das ROM und die I/O-Bausteine generiert. Die MCU im COMBO kann im FalconF030 bis zu 14MB Ram verwalten und adressieren. Sie ist auch der Grund für brachliegende 2 MB Speicher, die im Falcon nicht mal als Ramdisk angesprochen werden können.

Die Größe des Ramspeichers beschränkt sich im Falcon auf genau zwei Ausbaustufen. Es gibt eine 4MB und eine 14MB (16MB) Ramkarte, die auf den internen Erweiterungsplatz gesteckt werden können. Hierzu existieren genau zwei Selektionspins, die über einen weiteren Hardwarebaustein der MCU mitteilt, welche Menge von RAM zur Verfügung steht. Die MCU produziert ebenfalls sämtliche Adressen für den Videospeicher, den Refresh und den CPU/DMA Datentransfer über den Multiplex-Adressbus des Falcon.

Es ist jedoch möglich, ein Falcon-System über den Expansionsport mit schnellem TT-Ram (FAST-Ram) auszustatten. Siehe FX-Karte.

Sämtliche Systeminterrupts werden im COMBO maskiert. Ebenso wird der Status aller Interrups im COMBO gespeichert. Beachten Sie die Auflistung der Systeminterrupts und deren Priorität.

Interrupt Level       Priorität
----------------------------------------------
7 (highest)           Open (Bus)
6                     MFP / DSP Interrupt
5                     85C30 LAN Baustein
4                     VSYNC (Vertikal Blank)
3                     Open (Bus)
2                     HSYNC (Horizontal Blank)
1 (lowest)            Open (Bus)


Die Hardware im COMBEL erlaubt es, die Interruptlevels 1-3 als Interrupts von externen Devices zu behandeln. So sind einige Subsysteme in wie z.B. der IDE- oder der Parallelport in der Lage, diese Interrupts zu aktivieren. Weitere Hardware nutzt den Interruptlevel 5. Der COMBO Chip meldet der CPU über die Leitungen IPLO-IPL2, mit welcher Priorität der gerade aufgetretene Interrupt anliegt. Die CPU entscheidet die Behandlung.

Interrupt Signal Definiton

IPL2   IPL1    IPL0    Interrupt Level
----------------------------------------------
1      1       1       Level 1
1      0       1       Level 2
1      0       0       Level 3
0      1       1       Level 4
0      1       0       Level 5
0      0       1       Level 6
0      0       0       Level 7


Weiterhin ist der COMBEL in der Lage, einen Bus Error und diverse andere Fehlfunktionen festzustellen. Die meisten Fehlererkennungen basierten auf Laufzeitfehlern. Im COMBO ist festgelegt welche Funktion welche Zeit benötigt. Wird eine Funktion nicht innerhalb einer bestimmten Zeitspanne positiv beendet, ist dies ein Fehler des entsprechenden Systems.

Nach folgenden Kriterien sendet der COMBEL ein BERR-Signal zur CPU:

- Ein Buszyklus ist nicht in 16 Microsekunden beendet (Änderbar auf 32uS)!!
- Ein Versuch, das ROM zu beschreiben
- Ein Versuch, Daten mit falscher Länge, Format in ein Register zu schreiben
- Beschreiben des Systemspeichers im Usermode

Taktteiler

Das COMBO IC wandelt die ursprünglichen 32Mhz Mastertakt in 16Mhz, 8Mhz sowie in ein 4 Mhz und in ein 500Khz Taktsignal um. Alle Taktsignale werden von anderen Custom Chips bzw. Systembausteinen benötigt.

Chipselekt

Der COMBEL dekodiert die Adressen und selektiert daraus die Chipselectsignale für weitere Peripheriebausteine des Falcon F030.
Das betrifft folgende Systembausteine:

8650, MFP, VIDEL , RTCCS (RealTimeClock), MMU , Romport, (XROM3/XROM4)
IDE (HIDECS0/HIDECS1) sowie ROM / ROM2

Im COMBO werden ebenfalls die Signale PAD0X, PAD1X und PAD0Y, PAD1Y sowie PADRST verarbeitet. Alle diese Signale stammen vom Paddleport, den es bisher auch nur am Falcon bzw. am Atari STe gibt.
PADRST dient als Resetsignal für den Paddleport.
Ebenso befindet sich im Innern des COMBO die Logik, um ein paar Joysticks am Falcon betreiben zu können. Hierzu liegen am COMBEL die Inputsignale JOYRH, JOYRL an. Beide Signale sind ReadEnable-Signale. JOYWH und JOYWL sind WriteEnable-Signale. BUTTON ist die Signalleitung für die Feuertasten

Blitter integriert

Der im COMBO integrierte BLITTER ist der grafische Coprozessor, wie er auch schon in anderen Atari-Computern eingebaut war. Im Falcon wurde der Blitter aber eben in den COMBEL integriert. Der Blitter lässt sich im Falcon mit einem Softwarebefehl deaktivieren. In anderen Systemen musste hier ein Jumper oder eine Lötbrücke gesetzt werden. Der Blitter sollte Bitblock-Operationen beschleunigen und die CPU unterstützen/entlasten. Die Pinbelegung des COMBO Chip entnehmen Sie bitte dem Kapitel Pin aus DOITF030.

Letztlich bleibt noch das Signal XPEN, welches den COMBO veranlasst, die Daten vom Horizontal-/ Vertikalzähler einzulesen. Diese Daten werden erreicht, in dem die korrekte Position der "Lightgun" anhand des Bildschirm-Lichtrasters von der CPU errechnet wird.

Bleibt als Abschluß noch zu sagen, daß Sie sich bemühen sollten, den COMBEL in ihrem Falcon pfleglich zu behandeln. Anhand dieser Erläuterungen können Sie sehen, daß ohne diesen Chip Ihr Falcon nicht mal eine einfache Diskette erkennen wird. Sie werden ohne den COMBEL nicht mal eine einfache Bildschirmausgabe haben.

Funktioniert der COMBEL nicht, erhalten Sie, wie bei einem Fehler im Videoteil, einen weißen Bildschirm. Kein Bootlogo. Die interne IDE-Festplatte läuft nicht an und es kann auch nicht von einer Diskette gebootet werden. Eventuell läuft das Testmodul im Romport.

Ersatzchips finden Sie unter Ersatzteile und Händler.





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Letzte Aktualisierung am 23. Dezember 2003
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